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Ziel des Moderationsprozesses

Bevor das Leitbild der "Modellregion Bastauniederung" veröffentlicht wurde, war viel zu tun. Ein Konzept ist tragfähig, wenn es Vorteile für alle hat. Der Weg dorthin: Gemeinsam legten wir Anforderungen fest, erkannten Risiken und Kompetenzen – und fanden schließlich faire und zukunftsorientierte Kompromisse für die Entwicklung der "Modellregion Bastauniederung".

Mehrere wichtige Themenkreise greifen ineinander:


Wasser

Je natürlicher, desto besser

Was passiert, wenn wir nicht auf unsere Gewässer achten, erleben wir in letzter Zeit immer häufiger – sei es durch Trockenheit oder Überschwemmungen. Hier steuert unter anderem die Europäische Wasserrahmenrichtlinie entgegen. Sie gehört zu einer Reihe von Richtlinien, die das Europäische Parlament in der Vergangenheit verabschiedet hat, um auch hier vor Ort die Gewässer wieder in einen besseren Zustand zu bringen. Dank dieser Europäischen Wasserrahmenrichtlinie EG-WRRL vom 22. Dezember 2000 [mehr Infos unter: https://www.umweltbundesamt.de/wasserrahmenrichtlinie], werden auch Flöthe, Bastau, Bastauentlaster und ihre kleineren Nebengewässern seit einigen Jahren wieder strategisch gepflegt und entwickelt. Ziel ist, sie bis 2027 in einen – wie es in der Richtlinie heißt - „guten Zustand“ zu versetzen beziehungsweise ein „gutes ökologischen Potenzial“ zu erreichen oder zu erhalten. Das heißt, das Gewässer soll in einem möglichst natürlichen Zustand sein – einschließlich der geltenden Wasserqualitätsnormen. Das wird regelmäßig überprüft. Gleichzeitig muss die ebenfalls notwendige Entwässerung des Gebiets gewährleistet bleiben.


Naturschutz

Mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Auch als Naturschutzgebiet sollen die Bastauniederung – als EG-Vogelschutzgebiet – und das Große Torfmoor und Alte Moor – als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet – in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden, ebenfalls nach EU-Vorgaben. Zum Moderationsprozess gehört das Alte Moor allerdings nicht.

Mehr unter EG-Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EG vom 30. November 2009 [https://www.bfn.de/bericht-nach-vogelschutz-richtlinie] und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG vom 21. Mai 1992 [https://www.bfn.de/abkommen-richtlinie/fauna-flora-habitat-richtlinie-ffh-richtlinie-richtlinie-9243ewg-des-rates-vom]


Landschaftsplan

Vieles steht schon lange fest

Für die „Bastau-Niederung Wickriede“ gibt es außerdem einen Landschaftsplan – es war der erste Landschaftsplan im Kreis Minden-Lübbecke und sogar in ganz NRW. Seit 1980 ist er in Kraft und wird umgesetzt [mehr Infos unter: https://geoservice.minden-luebbecke.de/media/Umwelt/Landschaftsplan/Bastau_Wickriede/LP_BNW_Start.pdf].


Klimaschutz

Die große Rolle kommt

Als große Wasserspeicher und durch ihre Fähigkeit, große Mengen CO2 zu speichern, spielen intakte Moore eine entscheidende Rolle beim lokalen und globalen Klimaschutz. Dieser Gesichtspunkt wird in den kommenden Jahren an Bedeutung zunehmen.


Landwirtschaft

Mit Innovationen fit für die Zukunft

Die Modellregion Bastauniederung wird landwirtschaftlich genutzt. Hier wollen wir innovative Möglichkeiten entwickeln und den wirtschaftlichen Aspekt der Regionalentwicklung in den Fokus nehmen. Hier besteht die Herausforderung, eine wirtschaftliche faire Lösung zu erarbeiten, die auch den Anforderungen aus den anderen Themenbereichen gerecht wird – einer der schwierigeren Teile des Projektes, der gleichzeitig das größte Potential für echte, wegweisende Fortschritte mit sich bringt. Ziel ist eine zukunftsorientierte und nachhaltige Bewirtschaftung des Gebiets.


Freizeit und Naherholung

Schönheit, Schutz und Erholung schließen sich nicht aus

Das Große Torfmoor, Bastauniederung und Umgebung sind ein attraktives Freizeit- und Erholungsgebiet. Menschen gehen gerne ins Moor, lassen sich inspirieren, entspannen sich und genießen die Ruhe und Schönheit.

Diesem großen Interesse soll weiterhin Rechnung getragen werden: mit neuen Besucher- und Lenkungskonzepten für ein Nebeneinander von Erholungssuchenden und Naturschutz. Das bietet die Chance, die Bedeutung des Gebietes für den Natur- und Klimaschutz bekannter zu machen und zu erklären, wie die Landschaft wirkungsvoll geschützt und weiterentwickelt wird.


Klimafolgen

Einstellen auf das neue Klima

Heute ist bereits absehbar, dass kommunale Planungen gerade zur Klimafolgenanpassung künftig eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Die klimatischen Verhältnisse und damit die Wetterbedingungen ändern sich in allen Bereichen und müssen auch bei der Entwicklung der Modellregion Bastauniederung aktiv berücksichtigt werden.


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Sehen Sie vielleicht weitere Themen, die für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung der "Modellregion Bastauniederung" wichtig sind? Auch dafür wollen wir offen sein. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!